FlexPacket für Linux

Von | 11. Mai 2026

Viele glauben Packet Radio sei tot. Aber es scheint gerade wie Phönix aus der Asche zu steigen. Es gibt Ideen, die alten Netzknoten wieder aufzubauen und auch bei uns im Ortsverband (W10) ist das Thema wieder aktuell. Wir haben unsere teils 30 Jahre alte Technik reaktiviert. Alte DOS-Rechner, Windows 95, OS/2 in einer VM, TNCs und PC-Com-Modems. Erstaunlicherweise funktionieren diese alten Sachen alle noch.

Toschiba Satelite 4070 CDS mit TE 1.20 und Mini-Radio-Modem (PC-COM)

Dabei bin ich über das FlexPacket-Projekt von Andreas (DC6AP) gestolpert. Ein moderner Packet Radio Client für Linux (und auch für Windows).

Aktuell unterstützt FlexPacket die Nutzung von:

  • TNC (mit TF2.x Firmware)
  • KISS via TFKISS (konnte ich noch nicht testen)
  • AGW Protokoll (z.B. Direwolf)

Natürlich musste ich das sofort ausprobieren und bin begeistert. Ich habe es hauptsächlich unter Debian 13 (Trixie) getestet. Daraus entstand dieser kurze Überblick.

Installation von FelxPacket unter Debian (Trixie)

User Berechtigung für Serielle Schnittstelle erteilen

Um auf die seriellen Schnittellen zugreifen zu dürfen, wird der User in die Gruppe „dialout“ aufgenommen.

usermod -aG dialout username

Anschließend einmal ab & neu anmelden! Ohne die Berechtigung hat der User kein Zugriff auf die Serielle Schnittstelle. FlexPacket hängt sich dann beim Zugriff auf diese auf!

Abhängigkeiten installieren

sudo apt update && sudo apt upgrade
sudo apt install libqt6pas6 libsqlite3-dev

Install Binary

Die aktuellen Releases findet ihr unter https://github.com/andreaspeters/flexpacket/releases
Wir erstellen uns ein separates Verzeichnis und wechseln dahin. Jetzt können Wir uns das aktuelle debian-Binary herunter laden und es ausführbar machen.


mkdir flexpacket
cd flexpacket
wget https://github.com/andreaspeters/flexpacket/releases/download/v0.8.1/flexpacket_debian13_amd64
chmod +x ./flexpacket_debian_13_amd64

erster Start & Konfiguration

Nun können wir das Programm zum ersten mal starten.

./flexpacket_debian13_amd64

Ihr solltet zuerst euer Rufzeichen setzen.
Settings -> My Callsign

FlexPacket möchte jetzt einmal kurz neu starten. Danach können wir uns um die Schnittstellen kümmern.

TNC2 im Host.Mode

Der TNC2 ist in meinem Beispiel über ein USB-to-Seriell Adapter angeschlossen. (/dev/ttyUSB1). FlexPacket erkennt diesen Port automatisch. Wir müssen ihn nur auswählen und die richtige Geschwindigkeit setzen. In meinem Beispiel 9600 8N1.

Wenn alles geklappt hat, sollte in der Statuszeile „TNC Ready“ stehen und die Zähler für UnDisp, UnSent u.s.w ebenfalls auf 0 stehen.

Sollte sich der TNC nicht im Terminal-Modus befinden, hat FlexPacket Probleme den TNC zu initialisieren. Dann bitte den TNC neu starten. Solltet Ihr physisch gerade nicht ran-kommen, hilft Euch bestimmt der Beitrag Spaß am TNC weiter.

Damit der der TNC beim Verlassen von FlexPacket wieder in den Terminal-Modus geschaltet wird, können wir mit ESC JHOST0 den Befehl zum Verlassen senden. Danach kann FlexPacket geschlossen werden. (Bug ist bekannt)

Konfiguration AGW

AGW steht für Applikation Gateway und wird zum Beispiel von Direwolf bereitgestellt. Direwolf kann eine Soundkarte in einen einen virtuellen KISS-TNC verwandeln oder aber auch die Daten über das AGW bereitstellen. Dafür wird standardmäßig der Port 8000 verwendet. Dabei kann Direwolf auch auf einem entfernten PC laufen. Das eröffnet neue Möglichkeiten, aber Achtung! Ihr solltet den Port nicht ungesichert aus dem Internet erreichbar machen!

Wie Direwolf eingerichtet wird, wird könnt ihr hier nachlesen.

Konfiguration TFKIS

Wir nachgereicht. Habe ich leider noch nicht testen können.

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