GEZ, GEMA, GVU und GUANTANAMO

By | 19. Oktober 2006

The famous 4G.

Heute Nachmittag ist mir das Unglaubliche gelungen. Irgendwie habe
ich mich im Sourcecode veheddert und durch einen dummen Zufall (wie
das bei weltbewegenden Erfindungen nun einmal immer so ist) ein
kleines Programm geschrieben, mit dem man einen Futurelivestream
empfangen kann. So ganz ausgereift ist das noch nicht, aber ich kann
immerhin – leider ohne Ton – ein paar Monate in die Zukunft streamen.

Etwa im späten Frühjahr 2007 habe ich da einen kleinen
Bewegtbilderbericht über Massenverhaftungen in einer deutschen
Großstadt gesehen. Im Filmchen gehen GEZ-Uniformierte durch die
Straßen und befragen wohl Nachbarn und Passanten zu bestimmten
Anwohnern. Gleichzeitig stehen an jeder Ecke Typen in GEMA-Uniformen
und halten Richtmiktofone auf die umliegenden Wohnungsfenster.
GVU-Beamte mit schwarzen Stiefeln marschieren mit automatischen
Waffen im Anschlag durch die Straßen und kontrollieren Autofahrer.
Imm wieder stürmen diese Gruppierungen in Hauseingänge und zerren
dann kurze Zeit später einzelne Personen heraus, die auf Lastwagen
befindliche Kisten verladen werden, auf denen unscharf soetwas wie
„GUANTANAMO“ zu lesen ist.

Danach wechselt der vermeintliche Fernsehbericht auf eine Statistik
mit der Überschrift „Schäden für die Gesellschaft“ und es kommen
jeweils größer werdende Balken mit Milliarden-Angaben und den
Beschriftungen „Runfunkgebührenhinterzieher“,
„Musikschwarzkonsumierer“, „Raub- und Brutalkopierer“, „Piraten des
geistigen Eigentums“. Daneben werden verschwindend mikrige Balken
gestellt unter denen steht was von „Mörder“, „Erpresser“, „sonstige
Kriminalität“. Dann wechselt das Bild zu einem Lager, wo die
wahrscheinlich eben genannten Verbrecher wie Tiere gehalten werden
und sich um jeden Bissen prügeln. Vielleicht wäre es besser gewesen
das nicht unkommentiert zu sehen, dann würde es mir wahrscheinlich
nicht so schlecht gehen.

Uuups. Beim nächsten Einsatz meines neuen Programms bekomme ich einen
Gebührenbescheid aus der Zukunft. Für das Empfangen von zukünftigen
Inhalten muss ich eine monatliche Gebühr an die GEZ zahlen, bis der
Beitrag tatsächlich ausgestrahlt wird und zwei Jahre darüber hinaus,
weil das die Ministerpräsidenten in 2019 so beschließen werden.
Verwirrend mein neues Spielzeug.

Ach herrje, eine Abmahnung aus dem Jahr 2009 von einer Anwaltskanzlei
aus München. Jemand hatte wohl meinen Code in 2008 zum Patent
angemeldet und ich habe jetzt schon sein Urheberrecht verletzt. Ich
überweise einmal besser die Amahngebühr, bevor ich nächste Woche in
2011 zu einer noch höheren Strafe verurteilt werde und dann gar keine
Zukunft mehr habe.

noc

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