neuer Homeserver mit Ryzen 5 3400G

By | 2. März 2020

So langsam wurde es ja auch mal Zeit für etwas was Neues. Der Server soll wieder unter Proxmox laufen und die Heimautomation, Guacamloe (RDP-Gateway), ein Xfce4-Desktop und mindestens eine Windows-VM bereitstellen.

Natürlich habe ich auch etwas Reserve für Spielereien und neue Projekte eingeplant. Zumindest den Speicher habe ich gleich auf 32GB hochgerüstet. Der Ryzen 5 3400G ist zwar nicht der Schnellste, hat aber dafür gleich die Grafik integriert. Und da ich davon ausgehe, dass der Server die meiste Zeit sowieso nur im Leerlauf herum dümpelt, denke ich, ist das eine gute Wahl. Zur Not passt auch ein größerer Prozessor rein und Platz für eine Grafikkarte ist ebenfalls. Eventuell wird es dann aber mit dem 300W-Netzteil eng.

Dem ein oder anderen wird gleich auffallen, dass ich nur eine SSD (M.2) verbaut habe. Ja das ist richtig ;) es ist „nur“ ein Home-Server. Alle Container und VMs werden regelmäßig auf dem NAS gesichert. Sollte die SSD also mal aussteigen, oder etwas anderes kaputt gehen, kann ich die Container oder VM jederzeit auf einem anderen Rechner wiederherstellen. Hochverfügbarkeit war hier also nicht geplant!

Auf den Bildern seht ihr den Rechner ohne die zusätzlichen Laufwerksrahmen. Da ich aktuell sowieso keine zusätzlichen Laufwerke einbaue, habe ich diese fürs erste weggelassen. Das scheint mir auch besser für die Kühlung zu sein.

Einkaufsliste

Wer den Mini-ITX-Server nachbauen möchte, kann sich gerne an meine Einkaufsliste bei Alternate orientieren:

Produkt 	 	 	 	 	 	 	 	 	Artikelnummer 	Anzahl
ADATA SSD 512GB XPG SX6000 Pro M.2 PCIe 	IMJMVX05 	 	1
D432GB 3000-16 Viper 4 XMP 2.0 K2 PAT 	 	IFIGPR22 	 	1
SilvStone SG05BB-Lite USB 3.0 	 	 	 	TEXI0H 	 	 	1
Seasonic SSP-300SFG Bulk 300W SFX 	 	 	TN3E68 	 	 	1
AMD Ryzen 5 3400G WRAITH AM4 BOX 	 	 	HR5A31 	 	 	1
GiBy B450 I AORUS PRO WIFI B450 	 	 	GRIGRJ 	 	 	1

Die Preise schwanken immer etwas, jedoch solltet ihr hier bei etwa 650€ raus kommen.

WLAN & Bluetooth

Obwohl das Board schon etwa zwei Jahre auf dem Markt ist, funktioniert bei mir unter Proxmox (Debian) WLAN & Bluetooth nicht. Eigentlich wird der Intel® Wireless AC 9260 schon seit einer ganzen Weile von Linux unterstützt. Daher war ich hier etwas verwundert. Aber im Kernel-Log finden sich dann auch Hinweise, warum das nicht funktioniert:

bluetooth hci0: Direct firmware load for intel/ibt-18-16-1.sfi failed with error -2

Es konnte also die passende Firmware nicht geladen werden. Diese fehlt leider bei Debian (Proxmox) also laden wir sie runter und verschieben sie in /usr/lib/firmware/intel

wget https://git.kernel.org/pub/scm/linux/kernel/git/firmware/linux-firmware.git/plain/intel/ibt-18-16-1.sfi
wget https://git.kernel.org/pub/scm/linux/kernel/git/firmware/linux-firmware.git/plain/intel/ibt-18-16-1.ddc

Damit läuft jetzt das WLAN und auch das Bluetooth-Device wird gefunden. Funktioniert aber weiterhin noch nicht so richtig. Eigentlich interessierte mich hier sowieso nur Bluetooth für die Anwesenheitskontrolle in FHEM.

root@pve2:~# rfkill
ID TYPE      DEVICE      SOFT      HARD
0 bluetooth hci0   unblocked unblocked
1 wlan      phy0   unblocked unblocked

Bluetooth LE Scan failed:

root@pve2:~# hcitool lescan
Set scan parameters failed: Input/output error

Aber der normale scan funktioniert:

root@pve2:~# hcitool scan
Scanning ...
        50:5B:C2:F8:88:FF       Lenovo-ideapad-330-15ARR

Wenn ich hierzu noch etwas raus finde werd ich hier ein kurzes Update einstellen.

Der Intel-LAN-Adapter funktioniert zum Glück super.

Feintuning

RAM auf DDR4-300 einstellen

Der RAM unterstützt DDR4-3000 wurde aber nur mit DDR4-2100 angesprochen. Hier musste ich im BIOS das XMP-Profil aktivieren. Danach liefen diese auch wie gewünscht.

AMD-V Virtualisierung einschalten

Warum auch immer, ist die Virtualisierung im BIOS standardmäßig deaktiviert. Gigabyte hat sich auch alle Mühe gegeben den Punkt zum aktivieren zu verstecken.

M.I.T. -> Erweiterte Frequenz Einstellungen -> Advanced CPU Settings -> SVM Mode

Wer möchte kann auch noch die LED-Beleuchtung des Mainboards ausschalten.

Leistung

Auch wenn das System auf den ersten Blick nicht wie ein Server aussieht, erfüllt es jedoch meine Erwartungen völlig. Auf dem Screenshot könnt ihr die Systemlast sehen, wenn alle Container und VMs laufen. Wobei eigentlich nur die ersten 4 Container im täglichen Betrieb gestartet sind.

System-Übersicht Proxmox

Im Betrieb in einem geschlossenen „Server-Schrank“ pendelt sich die CPU & System-Temperatur auf ca. 40 Grad ein. Mit im Schrank befindet sich noch das NAS, eine externe Festplatte, ein Switch und ein Laptop. Ich denke mal für den Sommer sollte ich hier noch an einer aktiven Belüftung arbeiten.

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